Samstag, 29. November 2008

Erlebnisse bei der Bundeswehr, Teil II

Es begab sich zu einer Zeit, wo es mollig waam war. Diese Zeit nennt man Sommer, auch bei der Bundeswehr. Wie es bei der Bundeswehr so ist, hat man ja auch mal eine Übung. Da ich in einer Grundausbildungskompanie war, war diese Übung nur für die Rekruten und für den Sicherungs- und Unterstützungszug (Kanonenfutter).
Meine Aufgaben bestanden dadrin, Rekruten anzuschnauzen, in der Sonne zu sitzen, Bier zu trinken und mit meinem Chef in die Stadt zum Essen zu fahren. Außerdem im Gelände rumzuheizen, wobei auch meine Digitalkamera verloren ging. Der Feind waren Mücken und Zecken. Ich war entsprechend ausgerüstet und konnte im Gegensatz zu den Rekruten das Unterholz meiden. Es war Zeckenbefall bei den Rekruten mit bai.
Da die Rekruten den ganzen Tag im Gelände waren, musste das Essen zu den Rekruten kommen, was ich auch ab und zu übernahm. Mittags gab es dann "Oxenschwanzsuppe", so stand es jedenfalls auf den Essensthermen drauf. Sie stellte sich als zähflüssige braune Suppe heraus. Auf Grund dessen löste die Suppe keine Begeisterungsstürme aus, dementsprechend viel blieb auch über. Die Rekruten wussten ja nicht, dass es die Reste nochmal zum Abendbrot gibt.
Als sich die Rekruten dann also im Lager zum Essen einfanden, hatte die Kantine schon geschlossen, weshalb das Essen wieder von uns verteilt wurde.
Ich öffnete die Therme mit Oxenschwanzsuppe und fing an, sie marktschreierisch anzupreisen. Da dies nicht den gewünschten Erfolg zeigte, fing ich an, die Suppe per Befehl auszuteilen. Da sowas aber nicht befohlen werden kann, zeigte das auch keine Wirkung. Doch ein deutscher Soldat gibt nicht auf.
Ich nahm also eine Kelle voller Oxenschwanzsuppe und schleuderte sie jedem arglosen Rekruten in sein Feldessgeschirr, wenn dieser es am wenigsten vermutete. Er hielt sein Feldessgeschirr über den Tisch, um Brötchen und Wurst zu bekommen und wurde mit dem Patschen von Oxenschwanzsuppe überrascht. Danach gab es Brötchen und Wurst.
Nachdem ca. 160 Mann wider Willen versorgt wurden, war die Suppe leider leer. Aber mein Kamerad und ich mussten ja auch noch essen. Also öffneten wir die übrig gebliebenen Lunchpakete vom Mittag und sammelten uns das Beste raus. Danach gab es Hasseröder (0,5l) auf Ex. Schön war's gewesen.

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