Gestern war bei uns im Dorf der große Weihnachtsball im Saal des ortsansässigen Gasthauses. Nach einem 150m langen Fußmarsch traf ich endlich dort ein, um mich in die Warteschlange einzureihen, die länger war, als der Weg von meinem Zuhause zu der Schenke. 30min stand ich frierend in der Warteschlange. Ich hatte ja auch nur einen Anzug an, keine Jacke! Und es war voll kalt.
Drinnen angekommen empfing mich heiße stickige Luft, sowie eine Horde sehr junger Ballteilnehmer. Die Körper zur Seite schiebend erreichte ich den Saal, wo ich auch gleich Freunde sah. Ganz am Ende, auf der Bühne standen sie. Dort war eine Bar aufgebaut. Wieder kämpfte ich mich durch die Massen von Menschen und kam endlich an. Wir wünschten uns frohe Weihnachten und mir wurde das erste Getränk des Abends in die Hand gedrückt. Bauernschampus mit Cola. (Cola Korn bringt uns nach vorn). Es sollte nicht das letzte Getränk werden. Das Gedränge auf der Bühne wurde immer dichter, sodass wir unseren Standort in den Saal verlegten. Dort trieb uns großer Bierdurst zur Theke. Nach 30min Wartezeit hatten wir dann endlich unser Bier. In der Zwischenzeit kamen immer mehr Menschen an und verstopften alle Räume. Etwas zu trinken zu bekommen stellte sich anhand von vierer Wartereihen an den Theken als recht diffizil dar, zumal ich nicht im Besitz weiblichen Charmes bin, was den Bestellvorgang nachweislich erheblich beschleunigt. Wenn wir also bestellten, schickten wir vorzugsweise die Damen los, gleich für jeden mindestens drei Getränke zu erwerben. Trotzdem, bevor man sich betrinken konnte, ist man eher verhungert.
Ich schüttelte hie und da ein paar Hände und traf alte Bekannte wieder, von denen man hoffte, sie nie wieder zu sehen. Immer wieder ein Erlebnis. Draußen am Wurstwagen aßen wir die original Bücker Krakauer mit viel Sämpf. Meine war lauwarm, wabbelig und wässrig. Ein weihnachtlicher Hochgenuß.
Zurück im Gebäude trafen wir wieder Leute, unterhielten uns oder suchten entsprechende Örtlichkeiten auf, um Pipi zu machen.
Als ich dann nichtsahnend an den Garderoben stand und mich unterhielt, kam mein Prekariatsnachbar an. Wir beschwerten uns neulich bei ihm ob seiner lauten Musik, die jedes Wochenende unsere Wohnung beschallt und seiner lauten Freunde, die ihm in Sachen Asozialität in nichts nachstehen. Wie dem auch sei, er beklagte sich bei mir, dass er "einmal" (1x) bei sich ein "bisschen" Party macht und ich sofort "weinen" würde. In Wahrheit rücken hier jedes Wochenende Horden von Kroppzeug ein, die laut sind und rumpöbeln und sich nicht um ihre Mitmenschen scheren.
Des Weiteren sagte er, dass meine Musik ihn immer so stören würde und er mir jetzt auf die Fresse haut. Ein Freund von ihm zog ihn weg und die Sache war erledigt. Ich stand dort nun noch eine Weile, denn er wollte mir schließlich auf die Fresse hauen. Und wenn er schon so lieb fragt, dann soll er auch die Chance bekommen. Dies tat ich natürlich nur in dem Wissen, einige Freunde im Rücken zu haben. Die Sache deeskalierte jedoch und ich trank lieber noch einen Bauernschampus und trat um 2.41 den Rückweg an und kam um 2.43 zuhause an.
Das Fazit: viel zu voll und viel zu viele Minderjährige. Muss ich mich mit 21 schon alt fühlen? Ja, ich muss.
Freitag, 26. Dezember 2008
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Fliehkraft
Heute möchte ich ein Ereignis niederschreiben. Wie ihr ja sicherlich alle gelesen habt, ist Nutella in der Werbung (99 zännt). Um diese Massen an Nutella verkaufen zu können, setzen wir Displays ein. Ein Nutella Display ist ca. 1,30cm hoch und enthält über 300 Gläser. Mal vier macht 1200. Grob aufgerundet.
Diese vier Displays mit Nutella stehen also im Lager auf einer Palette und sollen in den Markt gebracht werden. Mit einem Hubwagen kein Problem. Wir setzen die Displays von der Palette runter und dort stehen sie nun. Vier Displays, jedes Displays auf seiner eigenen kleinen Palette, alle vier sind der Kippsicherheit wegen mit einem kräftigen Tau umschnürt. Das Tau hatte die Dicke eines Kinderschuhschnürsenkels und war mit einem Doppel(!)knoten verknotet.
Herr B. und ich nehmen dieses stabile Gebilde also mit. Ich zog den Wagen, er schob. Ob die Displays wohl halten, wenn wir eine Kurve fahren. Ich versicherte ihm, dass mit diesem stabilen Tau keinerlei Probleme entstehen können. Sie extra zu sichern sei bestimmt vollkommen unnötig und es ginge eventuell auch so. Zwei flott gefahrene Kurven später lagen 1200 Gläser Nutella auf der Seite und somit auf dem Boden. Gottfant sei Dank war jedes Display mit Folie umwickelt.
Sofort wurden wir von freundliche Mitarbeitern umschwärmt, die uns halfen, das Nutella auf eine andere Palette umzulagern. In den 15 Minuten, die die Prozedur in Anspruch nahm, verkauften wir viel Nutella. Die Menschen waren sehr interessiert an dem Unglück und kauften gleich noch etwas Nutella, als sie mit Gaffen fertig waren. Mein Vorschlag, die Gläser im Eingangsbereich liegen zu lassen, wurde aber trotzdem abgelehnt. Schade.
Diese vier Displays mit Nutella stehen also im Lager auf einer Palette und sollen in den Markt gebracht werden. Mit einem Hubwagen kein Problem. Wir setzen die Displays von der Palette runter und dort stehen sie nun. Vier Displays, jedes Displays auf seiner eigenen kleinen Palette, alle vier sind der Kippsicherheit wegen mit einem kräftigen Tau umschnürt. Das Tau hatte die Dicke eines Kinderschuhschnürsenkels und war mit einem Doppel(!)knoten verknotet.
Herr B. und ich nehmen dieses stabile Gebilde also mit. Ich zog den Wagen, er schob. Ob die Displays wohl halten, wenn wir eine Kurve fahren. Ich versicherte ihm, dass mit diesem stabilen Tau keinerlei Probleme entstehen können. Sie extra zu sichern sei bestimmt vollkommen unnötig und es ginge eventuell auch so. Zwei flott gefahrene Kurven später lagen 1200 Gläser Nutella auf der Seite und somit auf dem Boden. Gottfant sei Dank war jedes Display mit Folie umwickelt.
Sofort wurden wir von freundliche Mitarbeitern umschwärmt, die uns halfen, das Nutella auf eine andere Palette umzulagern. In den 15 Minuten, die die Prozedur in Anspruch nahm, verkauften wir viel Nutella. Die Menschen waren sehr interessiert an dem Unglück und kauften gleich noch etwas Nutella, als sie mit Gaffen fertig waren. Mein Vorschlag, die Gläser im Eingangsbereich liegen zu lassen, wurde aber trotzdem abgelehnt. Schade.
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Dieser Text ist garantiert latecksfrei!
Viele liebe Grüße aus Norderstedt, die Stadt mit der Infrastruktur von Dresden 1945. Dort gibt es ja seit Neustem einen noch größeren und noch schöneren famila Markt. Es wurde für 6 Millionen Euro an- und umgebaut. Es ist schön geworden. Große Abteilungen mit bai.
Ich bin da jetzt für zwei Wochen, weil bei so einer Neueröffnung natürlich eine Menge los ist. Es gibt tolle Angebote (Jacobs Dröhnung 2,79€, Nutella 99 zännt) und dementsprechend viel zu tun. Das Lager war so voll, dass keine einzige Europalette mehr Platz gefunden hat, man nirgends mehr langehen konnte und das Kackband (1€) 6m hoch gestapelt wurden.
Außerdem hat natürlich jedes Produkt einen neuen Platz und die Kunden wissen nicht mehr, wo was steht. Da sind dann natürlich Fachleute gefragt.
Und ab und zu werde ich auch etwas gefragt. Wo denn die Kassen sind (am Ende), das Klopapier für nur 1€ ist (am Arsch) und das Sauerbratengewürz (hoffentlich weit weg).
Gestern Abend gab es dann für geladene Gäste und die Mitarbeiter eine Eröffnungsfeier. Es wurden Reden gehalten und Rundgänge durch den Markt veranstaltet, der peinlichST genau auf geräumt wurde. Keine einzige Lücke im Regal. Wer mal in der DDR einkaufen war, weiß, was Lücken im Regal sind.
Nachdem alles begangen wurde, gab es ein Büfett. Cateringservice mit bai. Viele Sorten Fleisch, Gratins, Gemüse, Soßen, etc. Dazu Duckstein, diverse Weine, Pralinen, Eis und so weiter. Jetzt wissen wir alle, wo die 6 Millionen Euro geblieben sind. Es war ein Abend im Überfluss und so manchem jungen Mitarbeiter war der Überfluss wohl etwas über, weshalb das Übergeben eine nicht zu verachtende Rolle gespielt haben dürfte. Das sind natürlich nur Vermutungen.
Ganz am Ende tat ich das, was wohl viele Leute gerne mal tun möchten: Abends ganz alleine durch einen riesengroßen Supermarkt schlendern und sich alles in Ruhe angucken. Einzige Einschränkung: nichts klauen. Wozu auch, ich war ja satt.
Ich hab mal ein paar Fotos gemacht. Sind nicht toll geworden
, aber vielleicht reicht es ja, damit der geneigte Leser sich ein Bild machen
kann.



Ich bin da jetzt für zwei Wochen, weil bei so einer Neueröffnung natürlich eine Menge los ist. Es gibt tolle Angebote (Jacobs Dröhnung 2,79€, Nutella 99 zännt) und dementsprechend viel zu tun. Das Lager war so voll, dass keine einzige Europalette mehr Platz gefunden hat, man nirgends mehr langehen konnte und das Kackband (1€) 6m hoch gestapelt wurden.
Außerdem hat natürlich jedes Produkt einen neuen Platz und die Kunden wissen nicht mehr, wo was steht. Da sind dann natürlich Fachleute gefragt.
Und ab und zu werde ich auch etwas gefragt. Wo denn die Kassen sind (am Ende), das Klopapier für nur 1€ ist (am Arsch) und das Sauerbratengewürz (hoffentlich weit weg).
Gestern Abend gab es dann für geladene Gäste und die Mitarbeiter eine Eröffnungsfeier. Es wurden Reden gehalten und Rundgänge durch den Markt veranstaltet, der peinlichST genau auf geräumt wurde. Keine einzige Lücke im Regal. Wer mal in der DDR einkaufen war, weiß, was Lücken im Regal sind.
Nachdem alles begangen wurde, gab es ein Büfett. Cateringservice mit bai. Viele Sorten Fleisch, Gratins, Gemüse, Soßen, etc. Dazu Duckstein, diverse Weine, Pralinen, Eis und so weiter. Jetzt wissen wir alle, wo die 6 Millionen Euro geblieben sind. Es war ein Abend im Überfluss und so manchem jungen Mitarbeiter war der Überfluss wohl etwas über, weshalb das Übergeben eine nicht zu verachtende Rolle gespielt haben dürfte. Das sind natürlich nur Vermutungen.
Ganz am Ende tat ich das, was wohl viele Leute gerne mal tun möchten: Abends ganz alleine durch einen riesengroßen Supermarkt schlendern und sich alles in Ruhe angucken. Einzige Einschränkung: nichts klauen. Wozu auch, ich war ja satt.
Ich hab mal ein paar Fotos gemacht. Sind nicht toll geworden
, aber vielleicht reicht es ja, damit der geneigte Leser sich ein Bild machenkann.



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