Donnerstag, 27. August 2009

Völkerverständigung


Ich bin ja ein echter norddeutscher Junge. Ich lebe und arbeite hier meistens unter meinesgleichen. Wie gesagt. Meistens.
Bei meiner jetzigen Tätigkeit auf einer bekannten deutschen Insel komme ich in Kontakt mit den verschiedensten Menschen. Dick und dünn, groß und klein, deutschsprachig und ... also... naja.... ich sag mal so: anderssprachig.
Ich wusste ja schon vorher, dass nicht jeder Deutsche tatsächlich so ein wundervolles, klares Deutsch spricht wie unsereins. Da gibt es Sachsen, Bayern, Ruhrpötter und besonders Schwaben.
Daher rührt dann auch mein Unverständnis, wenn sie versuchen, mit mir zu kommunizieren. Sie verwenden fremde Ausdrücke, bei manchen Bergvölkern ist mir manchmal, als sei es eine fremde Sprache, die da auf mich einprasselt, aber es soll deutsch sein.
Insbesondere die Bergvölker sind Rudeltiere. Sie rücken in Rudeln ein (vorzugsweise mit mindestens drei Generationen) und unterhalten sich nun lautstark in ihrer seltsamen Sprache. An der Kasse angekommen reden dann sechs Ureinwohner auf mich ein und ich verstehe kein Wort. Hilflos nenne ich den zu zahlenden Betrag und nehme dankbar das Papiergeld entgegen. An dieser Stelle sei nochmals an alle Bergvölker gerichtet: Wir haben den Euro, ich nehme KEINE Groschen mehr.
Doch nun, am Ende meiner Zeit auf Sylt angekommen, weiß ich mittlerweile fast immer, was diese liebenswerten, wenn auch etwas rückständischen Völker, von mir wollen.
Unten seht ihr nun eine kleine Liste. Links ausländisches deutsch, rechts normales deutsch.

Grüß Gott - Moin
Guten Tag - Moin
Servus - Moin
Wiederschau'n - Tschüss
Auf Wiederschau'n - Tschüss
Mir fahre' heim - Wir fahren nach hause
Mir hobe' nur diese' Koscht'n - Wir haben nur diesen Kasten
Gell - Lückenfüller, brauchen wir nicht
Hom Se oigntlich a Tannenzäpfle Bier? - Verkaufen sie Tannenzapfenurin
I such a Weißbier - Ich suche ein Weißbier (Bedeutung: Pils ist mir zu herb, mimimi.)

Freitag, 14. August 2009

Ich will zurück nach Westerland?

Meine Damen und Herren, liebe Neger.
Mit diesem Eintrag melde ich mich von der Insel Sylt, wo ich zur Zeit beruflich tätig bin. Lange habt ihr nichts mehr vom besten Schreiberling auf dem Erdenrund gehört und auch ich schrieb nicht mehr viel. Doch das soll sich mit diesem Bericht nun ändern.
Wie gesagt, Sylt. Sogar der sagenumgarnte Ort Westerland. Eine deutsche Kapelle huldigte diesem Ort gar mit einem hymnenähnlichen Lied. Zurecht?
Vielleicht. Das westerländer Nachtleben habe ich bis dato nicht erkundet und die Stadt ist wahrlich ein Meisterstück der Architektur von 1950-1960. Plattenbauten, wohin man schaut. Früher war das schick, heute ist es hässlich. Ein mondäner Ort ist dies mitnichten. Da sollte man schon nach Kampen fahren, wo eingebettet zwischen Dünen und Ferraris schöne Reetdachhäuser stehen.
Da aber Westerland der größte Ort auf Sylt ist, hat mein Arbeitgeber hier natürlich auch eine Dependance, in der ich vier Wochen arbeite. Es ist wirklich voll hier an manchen Tagen.
Früher galt Sylt ja als Urlaubsort der Reichen und Schönen und bis heute hat sich da auch nicht viel dran geändert. Ein Tag Strand kostet für Tagesgäste 3,50€ und ein Sansibar Polohemd als Andenken kostet 130€. Ich bezahle für den Strand natürlich nicht, da ich ja jetzt Einwohner hier bin. Zwar auf Zeit, aber Einwohner, so steht es auf meiner Karte.
Wie dem auch sei, die Reichen und Schönen. Die Ahnungslosen unter euch würden jetzt behaupten, der Status lässt sich am Auto festmachen. Und in der Tat, Porsches, Ferraris, Aston Martins und Rolls Royces sind keine Seltenheit. Doch natürlich kann jeder Geringverdiener sich ein solches Auto auf Pump kaufen, sofern er denn willens ist, dafür auf Nahrung zu verzichten.
Nein, die Kaufkraft lässt sich am von mir erfundenen Bierindex festmachen. Und das geht so: je weniger desto mehr, je mehr desto weniger.
Im Klartext: je weniger Paderborner und Oettinger verkauft werden, desto mehr Geld haben die Leute zur Verfügung. Hier ist zur Zeit Paderborner für 4,44€ in der Werbung. Woanders kann man an einem Tag LKW Ladungen von der Plörre verkaufen, hier wurde nicht mal etwas davon bestellt. Seht ihr? So geht das.

Viele werden sich jetzt fragen, wo ich meinen Astralkörper denn zur Ruhe bette, während ich hier lebe. Mein Arbeitgeber hat hier Appartements, die sehr zentral liegen. Und zwar zentral 6m vom Getränkemarkt weg, wo jeden morgen um 6.30Uhr der Gabelstapler rattert und man das Klirren von Glas hört. Immerhin, man muss sich keine Sorgen machen, dass man verschläft.

P.S. Leider keine Fotos, denn ich habe das Kabel für meine Kamera nicht mit bai.

Tschüss, bis zum nächsten Mal.